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Unser Monatsbrief für Oktober 2009

Fallbeschreibung

Foto Rita Mahato

Rita Mahato: © Dixie



Rita Mahato, der Gesundheitsberaterin des "Women's Rehabilitation Centre" (WOREC) in der Siedlung Bastipur VDC im Bezirk Siraha in Nepal, wurde mehrfach angedroht, sie zu entführen, zu vergewaltigen und zu töten. Der Grund hierfür ist ihre Menschenrechtsarbeit bei WOREC, mit der sie Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, unterstützt.

Im Rahmen ihrer Arbeit für WOREC hat sie Fälle von Gewalt gegen Frauen dokumentiert. Sie meldet diese Vorfälle der Polizei, bringt Beweise bei, die zur Festnahme der Täter beitragen, und leistet den betroffenen Frauen rechtliche und medizinische Hilfe. Aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit ist sie wiederholt von Bewohnern der Gemeinde angegriffen worden.

Im Juni 2007 tauchten 60 bis 70 Männer beim WOREC-Büro auf und drohten, Rita Mahato und andere WOREC-Mitarbeiterinnen zu vergewaltigen und zu töten, falls sie das Dorf nicht binnen fünf Tagen verlassen sollten. Im selben Monat warfen etwa 20 Personen Ziegelsteine auf das WOREC-Büro und die Mitarbeiterinnen. Die Vorfälle wurden der Polizei gemeldet, und die Frauen forderten Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen. Bisher hat die Polizei jedoch keine Ermittlungen zu den Vorfällen eingeleitet. Rita Mahato erhält immer noch Drohungen und wird wegen ihrer Arbeit für WOREC in der Gemeinde diskriminiert. Trotz der Angst um ihr Leben führt sie die Arbeit zum Schutz der Menschenrechte von Frauen fort.

Im Brief an den nepalesischen Polizeipräsidenten wird dieser aufgefordert, dass alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit von MenschenrechtsverteidigerInnen wie Rita Mahato zu garantieren, damit diese ihre Tätigkeit ohne Angst vor Repressalien durchführen können. Außerdem wird die Erstellung eines Planes zur Umsetzung der UNO-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern in Nepal gefordert und auf eine umfassende, sofortige und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen Rita Mahato und der Angriffe auf WOREC-Mitarbeiterinnen und das WOREC-Büro gedrängt.



Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Republik Nepal
S. E. Herrn Suresh Prasad Pradhan
Guerickestraße 27, 2. Etage
10587 Berlin



Exzellenz,

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an den Polizeipräsidenten Ihres Landes. Er wird darin aufgefordert, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Menschenrechtsverteidigerinnen wie Rita Mohato zu garantieren, damit diese ihre Arbeit ohne Angst vor Repressalien durchführen können. Die Drohungen gegen Rita Mohato und die Angriffe auf WOREC-Mitarbeiterinnen und das WOREC-Büro müssen alsbald umfassend und unparteiisch untersucht werden.

Des Weiteren möchte ich auch Sie darauf hinweisen, dass die UNO-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern endlich auch in Nepal umzusetzen ist. Bisher ist noch nicht einmal ein Plan erstellt.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Anlage



Hier ist der Brief an das betroffene Land


Ramesh Chand Thakuri
Inspector General of Police
Police Headquarters
GPO Box 407
Naxal Kathmandu
Nepal



Dear Inspector General,

I am deeply concerned about the fate of human rights defenders in your country, especially that of Rita Mahato, a consultant on health of the Women´s Rehabilitation Centre (WOREC) in the village of Bastipur VDC in the district of Siraha.

In June, 2007, more than 60 men appeared at the office of WOREC and threatened Rita Mahato with abduction, rape and death in case she should not leave the village within five days together with other members of the organization. The women reported this incident as well as other harassments to the police and called for steps to protect them, but all in vain.

What has Rita Mahato done up to now? This is it: documentation of cases of violence against women, reports to the police, collection of evidence in order to take to court those responsible for the violence against women, and legal and medical support for women in need. This is why she still has to face discrimination and attacks on the part of villagers around.

I should like to urge you to initiate the necessary measures in order to guarantee the safety of human rights defenders like Rita Mahato, so that they can continue their work without having to live in fear of brutal retaliation. This would also mean to include a thorough, immediate and impartial investigation into the threats, Rita Mahato and the other members of WOREC were confronted with.

Moreover, I should like to point out that it is high time for Nepal to implement what the Universal Declaration of the United Nations Organization says about the protection of human rights defenders. That is to say that plans have to be made and put into action without delay.

Yours sincerely,

Copy to:
Botschaft der Republik Nepal
S. E. Herrn Suresh Prasad Pradhan
Guerickestraße 27, 2. Etage
10587 Berlin