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Unser Monatsbrief für November 2015

Fallbeschreibung

Honduras - COFADEH


Die Organisation COFADEH (Comité de Familiares de Detenidos-Desaparecidos en Honduras) setzt sich für die Familienangehörigen von Inhaftierten und "Verschwundenen" ein und zählt zu den wichtigsten Menschenrechtsorganisationen in Honduras.

Seit einigen Jahren greift COFADEH nicht nur Fälle von Verschwindenlassen auf, sondern auch von Straflosigkeit bei Menschenrechtsverletzungen, Drohungen und Drangsalierungen gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, unverhältnismäßiger Gewalt durch Angehörige der Polizei und der Sicherheitskräfte, Landstreitigkeiten und schlechten Haftbedingungen.

COFADEH arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen, um auf Menschenrechtsverletzungen in Honduras aufmerksam zu machen, und spielt eine wichtige Rolle bei der Übermittlung von Fällen an das Interamerikanische Menschenrechtssystem.

Aufgrund der Arbeit von COFADEH hat die Interamerikanische Menschenrechtskommission die honduranische Regierung angewiesen, Schutzmaßnahmen für zahlreiche Menschenrechtsverteidiger_innen zu ergreifen. Mitglieder von COFADEH und deren Angehörige werden seit vielen Jahren immer wieder bedroht, überwacht, drangsaliert und angegriffen. Seit 2011 hat jedoch sowohl die Anzahl als auch die Schwere der Übergriffe zugenommen.

Im Brief an den Präsidenten von Honduras fordern wir ihn dazu auf, den Empfehlungen der UN-Sonderberichterstatterin über die Lage von Menschenrechtsverteidigern vom Dezember 2012 nachzukommen und die wichtige und legitime Arbeit von Menschenrechtsverteidiger_innen öffentlich anzuerkennen.

Wir fordern ihn zudem auf, eine Erklärung abzugeben, in der er die Drohungen und Angriffe gegen Mitglieder der COFADEH und andere Menschenrechtsverteidiger_innen verurteilt.

Wir bitten ihn, die Angriffe umfassend zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen und erinnern ihn daran, dass Menschenrechtsverteidiger_innen das Recht haben, ihre Arbeit ohne unfaire Einschränkungen oder Angst vor Vergeltungsmaßnahmen auszuüben, wie es die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen von 1998 vorschreibt.


Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Republik Honduras
S. E. Herrn Ramón Custodio Espinoza
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin


Exzellenz,

Sie erhalten hiermit einen Brief an den Präsidenten Ihres Landes. Er wird darin gebeten, den Empfehlungen der UNO-Sonderberichterstatterin über die Lage von Menschenrechtsverteidigern vom Dezember 2012 nachzukommen und deren wichtige und legitime Arbeit öffentlich anzuerkennen.

Außerdem wird er aufgefordert, die Drohungen und Angriffe gegen die Organisation COFADEH und andere Menschenrechtsverteidiger zu verurteilen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Schließlich haben Menschenrechtsverteidiger das Recht, ihre Arbeit ohne unfaire Einschränkungen oder Angst vor Vergeltungsmaßnahmen auszuüben, wie es die UNO-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 vorschreibt.

Ich bitte auch Sie, sich für diese berechtigten Forderungen einzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.


Anlage


Hier ist der Brief an das betroffene Land


Juan Orlando Hernández
Presidente de Honduras
Casa Presidencial
Barrio Las Lomas
Boulevard Juan Pablo II
Tegucigalpa
HONDURAS


Señor Presidente,

La organización COFADEH (Comité de Familiares de Detenidos – Desaparecidos en Honduras) intercede a favor de los problemas con que se ven confrontados los miembros de familia de personas encarceladas o “desaparecidas” en Honduras.

Desde hace muchos años los miembros de la COFADEH y sus familiares se ven amenazados, vigilados e incluso atacados por la policía y por las fuerzas de seguridad del Estado de Honduras. Desafortunadamente desde el año 2011 estos ataques han sido más numerosos y más violentos.

Señor Presidente, le ruego que acepte las recomendaciones recibidas en diciembre de 2012 por un reportero especial de la ONU sobre la situación de los defensores de los derechos humanos, reconociendo públicamente la labor importante y legítima que realizan estas personas. Asimismo le ruego que repruebe severamente las amenazas y los ataques a los miembros de la COFADEH y que gestione la presentación de las personas responsables de estos actos ante un tribunal de justicia. Además debo recordarle que todas las personas que defienden los derechos humanos tienen el derecho de ejercer su trabajo sin limitaciones injustas y sin verse obligadas a temer las represalias por parte del Estado. Así lo prescribe la Declaración de la ONU para Protección de los Defensores de Derechos Humanos de 1998.

Quedo de Usted muy atentamente,



Copia a:
Botschaft der Republik Honduras
S. E. Herrn Ramón Custodio Espinoza
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin