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November-Brief 2008

Fallbeschreibung

Ogulsapar Muradowa, Annakurban Amanklitschew und Sapardurdi Chadschijew, Turkmenistan

Die Aktivisten Ogulsapar Muradowa, Annakurban Amanklitschew und Sapardurdi Chadschijew wurden zwischen dem 16. und 18. Juni 2006 festgenommen, offenbar aufgrund ihrer Verbindungen zur Menschenrechtsorganisation "Turkmenistan Helsinki Foundation" (THF).

Am 19. Juni 2006 berichtete das staatliche Fernsehen Turkmenistans, Annakurban Amanklitschew sei vom Minister für nationale Sicherheit beschuldigt worden, an "subversiven Aktivitäten" und der Planung einer Revolution in Turkmenistan beteiligt zu sein. Die Anschuldigungen bezogen sich hauptsächlich auf seine Teilnahme an Menschenrechtskursen in Polen und der Ukraine, die Zusammenstellung und Weiterleitung von Informationen über Menschenrechte an den Leiter der THF in Bulgarien und die Zusammenarbeit mit ausländischen Journalisten der BBC und Galaxie Presse. Der damalige Präsident Saparmurad Nijasow soll erklärt haben: "Die Menschen sollen die Verräter ruhig verurteilen. Das ganze Volk ist stolz auf sein Vaterland, doch sie wollen ihm schaden."

Annakurban Amanklitschew, Ogulsapar Muradowa und Sapardurdi Chadschijew wurden am 25. August 2006 wegen "illegalen Erwerbs, Besitzes oder Verkaufs von Schusswaffen" zu Haftstrafen zwischen sechs und sieben Jahren verurteilt. Die Gerichtsverhandlung dauerte weniger als zwei Stunden. Vieles spricht dafür, dass die Anschuldigungen konstruiert wurden, um Annakurban Amanklitschew, Ogulsapar Muradowa und Sapardurdi Chadschijew für ihr Engagement für die Menschenrechte zu bestrafen.

Am 14. September 2006 wurde Ogulsapar Muradowas Familie über ihren Tod in der Haft informiert. Tadschigul Begmedowa, Leiter der THF, berichtete Amnesty International, Verwandte hätten an der Leiche "eine sehr große Wunde auf der Stirn und Male am Hals gesehen". Amnesty ist beunruhigt über Berichte, dass alle drei Gefangenen während der Haft gefoltert worden sein sollen.

Im Brief an den turkmenischen Staatspräsidenten wird dieser aufgefordert, zum Fall Ogulsapar Muradowa eine umgehende, gründliche und unabhängige Untersuchung ihres Todes während ihrer Haft einzuleiten. Außerdem wird die sofortige und bedingungslose Freilassung von Annakurban Amanklitschew und Sapardurdi Chadschijew gefordert.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes

Botschaft von Turkmenistan
S.E. Herrn Berdymurat Redjepov
Langobardenallee 14
14052 Berlin

Exzellenz,

In der Anlage erhalten Sie einen Brief an den Präsidenten Ihres Landes. Darin wird er gebeten, eine gründliche und unabhängige Untersuchung des Todes von Ogulsapar Muradowa einzuleiten. Deren beide Mitgefangenen sollen sofort und ohne Bedingungen aus der Haft entlassen werden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International meint, sie wurden alle in einem unfairen und ungerechten Prozess verurteilt und inhaftiert.

Ich bitte auch Sie, sich für diesen Fall einzusetzen. Ich wäre sehr dankbar für Ihr Engagement in dieser Sache.

Hochachtungsvoll,

Anlage

Hier ist der Brief an das betroffene Land

President Berdymukhammedov
Presidential Palace
744000 Ashgabat
Turkmenistan

Dear President Berdymukhammedov,

As a supporter of the human rights organisation Amnesty International I was very perturbed to hear that members of the Turkmenistan Helsinki Foundation (THF), a similar organisation in your country, had been arrested and imprisoned.

Ogulsapar Muradowa, Annakurban Amanklitschew and Sapardurdi Chadschijew were all arrested in June 2006, accused of subversive activities with the aim of planning a revolution. These people had only taken part in human rights courses in Poland and the Ukraine, passed on information about human rights and collaborated with journalists from other countries. In other words, they had been exercising their basic human rights to freedom of thought and opinion, as expressed in Articles 18 and 19 of the International Declaration of Human Rights.

They were given prison sentences in August 2006 after an extremely short trial, accused of illegal possession of weapons. It is believed that these accusations were invented in order to punish them for their connections with the THF.

In September 2006 the family of Ogulsapar Muradowa were informed that she had died in prison. Wounds on her face and neck lead one to believe that she had been tortured; in fact, it is believed that her 2 colleagues have also suffered torture.

I should like to ask you to instigate a thorough, independent investigation into her death, and the other two prisoners should be released immediately and unconditionally.

Yours sincerely,

Copy to:
Botschaft von Turkmenistan
S.E. Herrn Berdymurat Redjepov
Langobardenallee 14
14052 Berlin