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Unser Monatsbrief für Mai 2016

Fallbeschreibung
Iran - Zeynab Jalalian


Zeynab Jalalian: © privat




Zeynab Jalalian verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis von Kermanshah im Westen des Iran. Die Gefangene gehört der kurdischen Minderheit im Iran an. Sie läuft Gefahr, ihr Augenlicht zu verlieren und muss dringend medizinisch behandelt werden. Die iranischen Behörden verweigern ihr diese Behandlung jedoch und setzen sie derzeit unter Druck, im Fernsehen "Geständnisse" abzulegen. Offenbar will man ihr nur dann die erforderliche Behandlung gewähren.

Zeynab Jalalian wurde im Januar 2009 vor dem Revolutionsgericht von Kermanshah wegen "Feindschaft zu Gott" (moharebeh) zum Tode verurteilt. Die Verurteilung steht mit ihrer mutmaßlichen Mitgliedschaft in der bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe "Partei für ein freies Leben in Kurdistan" (Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê - PJAK) in Zusammenhang. Zuvor hatte sie acht Monate lang in einer Hafteinrichtung des Geheimdienstministeriums in Untersuchungshaft gesessen. Ihren Angaben zufolge wurde sie während dieser Zeit gefoltert. In ihrem Gerichtsverfahren, das offenbar nur wenige Minuten dauerte, hatte sie keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Das Todesurteil gegen Zeynab Jalalian wurde im November 2011 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Im Brief an die Oberste Justizautorität des Iran bitten wir darum, dass Zeynab Jalalian vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird und medizinische Behandlung erhält, falls nötig auch in einer Klinik außerhalb des Gefängnisses. Wir bitten außerdem darum, dass ein Wiederaufnahmeverfahren für Zeynab Jalalian eingeleitet wird, das den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entspricht.


Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Islamischen Republik Iran
S. E. Herrn Alireza Sheikh Attar
Podbielskiallee 65 – 67
14195 Berlin



Exzellenz,

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an die Oberste Justizautorität ihres Landes. Es wird darin gebeten, ein Wiederaufnahmeverfahren für Zeynab Jalalian nach internationalem Standard für faire Gerichtsverfahren u. a. mit einem Rechtsbeistand in die Wege zu leiten. Bis dahin soll die junge Frau vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden und auch die nötige medizinische Behandlung erhalten, da sie sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand mit Gefahr der Erblindung befindet. Ich möchte auch Sie bitten, sich für diese Bürgerin Ihres Landes einzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.




Anlage


Hier ist der Brief an das betroffene Land

Ayatollah Sadegh Larijani
c/o Public Relations Office
Number 4, Deadend of 1 Azizi
Above Pasteur Intersection
Vali Asr Street
Tehran
IRAN


Your Excellency,

I am deeply concerned about the fate of Zeynab Jalalian, a woman of 25, belonging to the Kurdish minority in Iran. In January 2009 she was given the death penalty on the charge of alleged membership of a Kurdistan opposition party. Her trial lasted only a few minutes and she was without a legal advisor. In November 2011 the verdict was converted to life imprisonment. At present she is serving her sentence in the prison of Kermanshah in the west of Iran. When held in detention pending trial she was even tortured. Now she is in very bad health and on the verge of losing her eyesight. She needs medical treatment, but is denied medical furlough. According to reports she will only get this permission on condition of making confessions in public on television. Normally furlough is granted to prison inmates for medical reasons in Iran.

I should like to appeal to you to ensure that Zeynab Jalalian will be protected from torture and other maltreatment and will get the appropriate medical attention in a hospital even outside the prison in order to save her eyesight. I should also like to ask you to initiate a retrial of her case according to international standards for fair trials.

Yours respectfully





Copy to:
Botschaft der Islamischen Republik Iran
S. E. Herrn Alireza Sheikh Attar
Podbielskiallee 65 – 67
14195 Berlin