Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

Impressum | Login

Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

StartseiteMai2012

Unser Monatsbrief für Mai 2012

Fallbeschreibung

Azimjan Askarov Azimjan Askarov: © Privat

Azimjan Askarov sitzt in einer unterirdischen Einzelzelle im Gefängnis Nr. 47 in Bischkek. Ein Gericht hat den Menschenrechtsverteidiger zu lebenslanger Haft verurteilt. Amnesty International betrachtet ihn jedoch als gewaltlosen politischen Gefangenen, der allein wegen seiner legitimen Menschenrechtsarbeit in Haft gehalten wird. Azimjan Askarov ist der Direktor der unabhängigen Menschenrechtsorganisation Vozdukh (Luft). Viele Jahre lang hatte er Fälle von Misshandlungen durch die Polizei in der Region Dschalal-Abad im Süden Kirgisistans dokumentiert.

Azimjan Askarov wurde am 10. Juni 2010 festgenommen, nachdem er gewaltsame Zusammenstößen zwischen ethnischen kirgisischen und usbekischen Gruppen dokumentiert hatte. Seinen Angaben zufolge wurde er in den ersten drei Tagen der Haft brutal geschlagen, um ihn zu zwingen, den Mord an einem Polizisten "zu gestehen" und andere Personen zu belasten.

In der Untersuchungshaft wurde Azimjan Askarov weiter misshandelt und im August 2010 unter Anklage gestellt, u.a. wegen des Lagerns von Munition und der Beteiligung an einem Mord. Er bestreitet jedoch alle Anklagepunkte. Im November 2010 brachte man ihn ins Krankenhaus, nachdem er aufgrund der Misshandlungen im Gefängnis zusammengebrochen war.

Als ihn im Juni 2011 eine Delegation von Amnesty International im Gefängnis besuchte, erklärte Azimjan Askarov: "Ich sollte nicht hier sein. Sie haben meiner Frau und mir alles genommen, was uns lieb und wert war... Sie haben unser schönes Haus verwüstet und unseren Garten zerstört ... Sie haben mein Büro niedergebrannt. Und meinen Bruder so brutal geschlagen, dass er jetzt behindert ist. Meine Frau ist krank, und meine Söhne halten sich meist versteckt.

Der Oberste Gerichtshof von Kirgisistan hat im Dezember 2011 die lebenslange Gefängnisstrafe bestätigt. Amnesty International ist in großer Sorge um Azimjan Askarov, weil er sich in schlechter gesundheitlicher Verfassung befinden soll und nicht die erforderliche medizinische Versorgung erhält.




Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Kirgisischen Republik
S.E. Herrn Dr Bolot Otunbaev
Otto-Suhr-Allee 146
10585 BERLIN


Exzellenz,

Sie erhalten anbei die Kopie meines Schreibens an den Präsidenten Ihres Landes. Es beschreibt den Fall eines Mannes, der von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als gewaltloser politischer Gefangener betrachtet wird. Er hatte sich jahrelang um die Dokumentierung von Misshandlungsfällen im Süden Kirgistans gekümmert, jetzt ist er selber seit zwei Jahren betroffen. Er befindet sich, zu lebenslanger Haft verurteilt, in schlechtem gesundheitlichen Zustand im Gefängnis.

Amnesty International fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von '''Azimjan Askarov'''. Ich bitte Sie, unseren Appell zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen



Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land


Almazbek Atambaev
President
Government House
Bishkek 720003
KIRGISTAN



Dear President

I should like to bring before you the case of Ajimjan Askarov, a citizen of your country who has been sentenced to life imprisonment and who is considered by the human rights organisation Amnesty International to be a non-violent political prisoner.

Azimjan Askarov is the Director of the independent human rights organisatoion "Vozdukh". For many years he documented cases of abuse by the police in the region of Dschalal-Abad. In June 2010 he was arrested on what he claims are false charges when he was documenting violent clashes between two ethnic groups. He claims he was severely beaten up during the first three days of his arrest and was made to admit to the murder of a policeman. In November 2010 it became necessary to admit him to hospital as a result of the ill-treatment he had received in prison.

A delegation from Amnesty International was able to visit him in prison in June 2011. There he told them about reprisals against his immediate family. In December 2011 the Supreme Court confirmed his life sentence. Azimjan Askarov is in very bad health and is not receiving adequate medical treatment. Amnesty International is extremely concerned about this person and urgently requests the immediate unconditional release of this non-violent political prisoner.

Yours sincerely



Copy to:
Botschaft der Kirgisischen Republik
S.E. Herrn Dr Bolot Otunbaev
Otto-Suhr-Allee 146
10585 BERLIN