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Unser Monatsbrief für Mai 2011

Fallbeschreibung

Foto: Samar Sa'ad Abdullah: © Privat

Samar Sa'ad Abdullah droht die Hinrichtung. Am 15. August 2005 wurde sie in Bagdad wegen Mordes an ihrem Onkel, dessen Frau und einem der Kinder des Ehepaares zum Tode verurteilt. Ein Kassationsgericht bestätigte das Urteil am 26. Februar 2007. Während des Prozesses hatte Samar Sa'ad Abdullah wiederholt ihre Unschuld beteuert und angegeben, ihr "Geständnis" unter Folter in Polizeigewahrsam gemacht zu haben. Samar Sa'ad Abdullah beschuldigt ihren Verlobten, die Morde begangen zu haben. Die Behörden fahnden derzeit nach ihm.

Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Irak im August 2004 können Menschen wegen Gefährdung der inneren Sicherheit, Mord, Drogenhandel und Entführung zum Tode verurteilt werden. Elf Monate zuvor war die Todesstrafe ausgesetzt worden. Die irakischen Behörden begründeten die Wiedereinführung mit der angespannten Sicherheitslage im Land und der hohen Anzahl politisch motivierter Gewalttaten. Zwischen 2004 und Ende 2009 wurden mindestens 255 Menschen hingerichtet. Rund 1.300 Menschen sitzen nach vorliegenden Informationen in den Todeszellen ein. Die meisten Todesurteile liegen schon einige Jahre zurück. Die Betroffenen befinden sich jedoch in ständiger Gefahr, hingerichtet zu werden.

Im Brief an den Ministerpräsidenten des Irak fordern wir ihn auf, das gegen Samar Sa'ad Abdullah verhängte Todesurteil nicht zu vollstrecken. Wir erkundigen uns nach den Einzelheiten der gegen Samar Sa'ad Abdullah vorgebrachten Anklagepunkte und dringen darauf, dass eine unverzügliche Untersuchung der von ihr vorgebrachten Foltervorwürfe erfolgt und sämtliche dafür Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Wir appellieren an den Ministerpräsidenten, alle verhängten Todesurteile umzuwandeln und ein Hinrichtungsmoratorium zu erlassen, um eine Abschaffung der Todesstrafe einzuleiten.




Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Republik Irak
S.E.Herrn Hussein Mahmood Fadhalla Alkhateeb
Pacelliallee 19-21
14195 Berlin

Exzellenz,

Sie erhalten anbei einen Brief an den Premierminister Ihres Landes, verbunden mit der Bitte, den Brief an ihn weiterzuleiten.

Ich hoffe, dass auch Sie sich mit diesem Fall beschäftigen werden, und sich in meinem Sinne für Samar Sa’ad Abdullah verwenden werden. Die junge Frau wird mit Hinrichtung für einen Mord bedroht, obwohl sie während des Prozesses wiederholt ihre Unschuld beteuert hat. Sie sagt, ihr Geständnis wurde unter Folter in Polizeigewahrsam gemacht.

Zur Zeit sitzen rund 1.300 Menschen in Todeszellen in Irak. Ich fordere die Abschaffung der Todesstrafe und die Erlassung eines Hinrichtungsmoratorium für alle.

Mit freundlichen Grüßen



Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land


His Excellency Nuri Kamil al-Maliki
Prime Minister
Republic of Iraq


Your Excellency,

Once again we are writing to you in connection with the case of Samar Sa’ad Abdullah, who is still being threatened with execution for the alleged murder of her uncle, aunt and their children. She has repeatedly pleaded her innocence of this crime and claims to have been made to confess under torture whilst in police custody. She herself claims that her fiancé is guilty of this murder, but so far officials have been unable to find him.

The death penalty was reintroduced in your country in August 2004. We hear that at the moment some 1300 people are awaiting their fate in the death cells. Samar Sa’ad Abdullah is one of these. We should be interested to hear further details about the accusations brought against her and we ask that a full investigation be made into her claims of torture and that those responsible be brought to justice.

Amnesty International asks for a stay of execution for all prisoners under sentence of death, leading finally to the abolition of the death penalty.

Yours sincerely,



Copy to
Botschaft der Republik Irak
S.E.Herrn Hussein Mahmood Fadhalla Alkhateeb
Pacelliallee 19-21
14195 Berlin