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Unser Monatsbrief für März 2016

Fallbeschreibung
Usbekistan - Muhammad Bekzhanov


Muhammad Bekzhanov: © Privat




Muhammad Bekzhanov ist einer der am längsten inhaftierten Journalisten der Welt. Er befindet sich seit 16 Jahren im Gefängnis - aufgrund eines "Geständnisses", das unter Folter erpresst wurde.

"Ich lag in meinem eigenen Blut, tagelang. Ohne Wasser, ohne Essen. Ich versuchte, mich an all die schönen Dinge in meinem Leben zu erinnern - an meine Kinder, meine Frau - und bereitete mich mental auf meinen Tod vor." So beschreibt der Journalist Muhammad Bekzhanov die Folter, die er 1999 erlitt. Usbekische Sicherheitskräfte schnürten dem Herausgeber einer verbotenen oppositionellen Zeitung die Luft ab und folterten ihn mit Gummiknüppeln und Elektroschocks, um ihn zu zwingen, "staatsfeindliche" Straftaten zu gestehen. Auf Grundlage dieses erpressten "Geständnisses" wurde er in einem unfairen Verfahren zu 15 Jahren Haft verurteilt. 16 Jahre später ist Muhammad Bekzhanov immer noch im Gefängnis. Kurz vor seiner Freilassung verurteilte man ihn zu einer weiteren Strafe von fast fünf Jahren, weil er angeblich gegen Gefängnisregeln verstoßen haben soll. Seine Ehefrau sagte nach einem Besuch bei ihm, er sei kaum wiederzuerkennen und habe alle Hoffnung verloren. Die Foltervorwürfe wurden bis heute nicht untersucht.

Im Brief an den Präsidenten von Usbekistan, bitten wir darum, Muhammad Bekzhanov umgehend freizulassen und dafür zu sorgen, dass die von ihm erhobenen Foltervorwürfe zügig, gründlich und unabhängig untersucht werden.




Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Republik Usbekistan
S. E. Herrn Durbek Amanov
Perleburger Straße 62
10559 Berlin


Exzellenz,

ich übergebe Ihnen nun zum zweiten Mal einen Brief an den Präsidenten Ihres Landes, in dem er gebeten wird, den Journalisten Muhammad Bekzhanov endlich freizulassen. Dieser war nach einem unter grausamer Folter erpressten Geständnis zu 16 Jahren Gefängnishaft verurteilt worden. Kurz vor der anstehenden Freilassung wurde er zu weiteren fünf Jahren wegen behaupteter Verletzung von Gefängnisregeln verurteilt. Ich möchte auch Sie bitten, sich für die Freilassung dieses Bürgers Ihres Landes einzusetzen. Immerhin hat Usbekistan die UN Konvention gegen die Folter unterzeichnet, die Geständnisse unter der Folter als Beweismittel vor Gericht verboten wie überhaupt alle Formen der Folter.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.




Anlage


Hier ist der Brief an das betroffene Land


President Islam Karimov
Rezidentsia prezidente
ul. Uzbekistanskaia 43
Tashkent 700163
USBEKISTAN


Dear President,

I am writing to you on behalf of Muhammad Bekzhanov, a respected journalist and prisoner of conscience. In detention since 1999, he is now the longest held journalist in the whole world. In jail he was brutally tortured by security forces, they beat him with rubber truncheons, suffocated him and gave him electric shocks in order to extract a confession. This illicit confession was then taken as the basis of his conviction on “anti-state” offences in an unfair trial without any legal advice. When his prison term of 16 years was over, he was sentenced to five more years in jail on the charge of alleged violation of prison rules, to make matters worse.

This happened although Uzbekistan had signed up to the UN Convention against Torture that bans torture and the use of evidence obtained under duress. I should like to appeal to you to release Muhammad Bekzhanov without delay and to ensure a prompt, thorough and independent investigation into the allegation of torture.

Yours respectfully





Copy to:
Botschaft der Republik Usbekistan
S. E. Herrn Durbek Amanov
Perleburger Straße 62
10559 Berlin