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Unser Monatsbrief für März 2014

Fallbeschreibung

Thailand, Somyot Prueksakasemsuk

Somyot Prueksakasemsuk, Gewerkschafter und ehemaliger Herausgeber einer politischen Zeitschrift, verbüßt derzeit eine zehnjährige Haftstrafe, weil er zwei Artikel veröffentlichte, die von der thailändischen Monarchie als Beleidigung verstanden werden.

Der Familienvater wurde im April 2011 an der Grenze zu Kambodscha festgenommen. Fünf Tage zuvor hatte Somyot Prueksakasemsuk eine Kampagne gestartet, mit der er eine parlamentarische Überprüfung des thailändischen "Lèse-Majesté"-Gesetzes erreichen wollte. Dieses Gesetz sieht für Aussagen oder Handlungen, die "den König, die Königin, den Thronfolger oder den Regenten entehren, beleidigen oder bedrohen", eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren vor.

Am 22. Juli 2011 wurde Somyot Prueksakasemsuk wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Sein Verfahren begann im November 2011 in Bangkok, und im Januar 2013 wurde Somyot Prueksakasemsuk für jeden der beiden Artikel zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht setzte zudem eine weitere, in einem anderen Fall ausgesprochene und zuvor ausgesetzte einjährige Gefängnisstrafe wieder in Kraft.

Somyot Prueksakasemsuk, der seit seiner Festnahme inhaftiert ist, leidet an Bluthochdruck, Gicht und Hepatitis B. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Nach thailändischem Recht könnte er bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens freigelassen werden, die Behörden haben jedoch alle seine 15 Anträge auf Haftentlassung abgewiesen.

Im Brief an die Ministerpräsidentin Thailands, in denen wir unsere Sorge bezüglich der Inhaftierung von Somyot Prueksakasemsuk ausdrücken und die Behörden bitten, ihn umgehend und bedingungslos freizulassen, die Anklagen gegen ihn fallenzulassen und das gegen ihn ergangene Urteil aufzuheben. Wir appellieren an die Regierung, Menschen zu schützen, die friedlich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen, und den Artikel 112 des thailändischen Strafgesetzbuches gemäß internationalen Menschenrechtsstandards abzuändern.


Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft des Königreichs Thailand
I.E. Frau Nongnutth Phetcharatana
Lepsiusstraße 64-66
12163 Berlin

Exzellenz,

Sie erhalten von mir eine Kopie meines Schreibens an den Ministerpräsidenten Ihres Landes, das die Lage eines Inhaftierten schildert. Somyot Prueksakasemsuk ist krank und sitzt meines Erachtens nur deswegen im Gefängnis, weil er von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat.

Bitte setzten auch Sie sich bei Ihrer Regierung für Somyot Prueksakasemsuk und eine Änderung des thailändischen Strafgesetzbuches ein.

Mit freundlichen Grüßen,




Hier ist der Brief an das betroffene Land


Prime Minister Yingluck Shinawatra
Government House
Pitsanulok Road
Dusit District
Bangkok 10300
Thailand

Dear Prime Minister

I am very concerned about the condition of the prisoner Somyot Prueksakasemsuk. He is a trade unionist and former editor of a political journal and is serving a ten-year sentence for having published two articles claimed by the monarchy to be of an insulting nature.

In 2011 he had initiated a campaign to request a parliamentary investigation into the “Lèse-Majesté” law which foresees prison sentences of up to 15 years for any action considered to be insulting of the monarchy. Shortly afterwards he was arrested near the border to Cambodia.

Three months later he was himself accused of lese-majesté and in January 2013 he was sentenced to a total of 10 years’ imprisonment.

The state of health of Somyot Prueksakasemsuk gives me cause for concern. He is suffering from high blood pressure, gout and hepatitis B. He has appealed against his sentence. According to Thai law he could be released until the appeals proceedings have been completed. However, the authorities have rejected all his 15 petitions.

I would urgently request you to release Somyot Prueksakasemsuk immediately and unconditionally and to drop all charges against him. The International Declaration of Human Rights, Article 19, states that everyone has the right to freedom of opinion and expression. I appeal to you to respect and protect those citizens who wish to make use of this basic human right, and also to amend Article 112 of the Thai Penal Code accordingly.

Yours sincerely





Copy to:
Botschaft des Königreichs Thailand
I.E. Frau Nongnutth Phetcharatana
Lepsiusstraße 64-66
12163 Berlin