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März-Brief 2007

Fallbeschreibung

Sumi Khan, Bangladesch

Die 34-jährige Sumi Khan, die in Chittagong für lokale und überregionale Zeitschriften arbeitet, ist wegen ihrer Arbeit in den vergangenen zwei Jahren angegriffen und mit dem Tode bedroht worden. Im Jahr 2004 wurde sie von Angreifern mit Messerstichen verletzt. Die Täter sind bis heute nicht ergriffen worden.

Sumi Khan hat Artikel über die angebliche Beteiligung von Kommunalpolitikern und religiösen Gruppierungen an Überfällen auf Angehörige von Minderheiten und die widerrechtliche Aneignung von Land durch Grundherren geschrieben. Am 12. März 2005 erhielt sie eine Morddrohung. Im Dezember 2005 haben Sumi Khan, mehrere Journalisten aus Chittagong, Polizei- und Regierungsbeamte und Richter im ganzen Land Morddrohungen erhalten. Sie waren in einem Brief an die Journalistenvereinigung "Chittagong Press Club" enthalten, der von der verbotenen islamistischen Gruppierung "Jamaatul Mujahideen Bangladesh" (JMB) stammen soll. Offenbar handelt es sich um eine Einschüchterungskampagne einer Reihe islamistischer Organisationen, um die Demokratie in Bangladesch zu destabilisieren. Zwar ordnete die Regierung Polizeischutz für den "Chittagong Press Club" an und nahm mutmaßliche JMB-Mitglieder fest. Es gab jedoch keine weiteren Ermittlungen hinsichtlich der Urheber der Morddrohungen, und es sind keine Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Personen eingeleitet worden. Sumi Khan hat seitdem weitere anonyme Morddrohungen erhalten.

Im Brief an das amtierende Staatsoberhaupt von Bangladesch werden die Behörden aufgefordert, die gegen Sumi Khan gerichteten Angriffe und Morddrohungen zum Gegenstand einer umfassenden, unparteiischen und unabhängigen Untersuchung zu machen, deren Ziel es ist, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S. E. Herrn A. B. Manjoor Rahim
Dovestr. 1, 5. Etage
10587 Berlin

Exzellenz,

Sie erhalten von mir eine Kopie eines Schreibens, das ich an den Präsidenten der Interimsregierung Ihres Landes geschickt habe. Darin wird er gebeten, den Fall einer Journalistin, die seit zwei Jahren Angriffe und Morddrohungen erhalten hat, unparteiisch und unabhängig untersuchen zu lassen.

Ich hoffe, Sie werden sich auch für diesen Fall einsetzen und Amnesty International bei seinen Bemühungen um Gerechtigkeit und das Recht auf freie Meinungsäußerung unterstützen.

Mit besten Empfehlungen,

Anlage

Hier ist der Brief an das betroffene Land

Mr Iajuddin Ahmed
President and Chief Adviser of the
Caretaker Government
Office of the Chief Adviser
Dhakar
Bangladesch

Dear Chief Adviser,

The profession of journalist has become a very hazardous and dangerous one the world over. Many obstacles are put in the way of fair and objective reporting of news and current affairs. I have heard of a case in your country which proves this point.

Ms Sumi Khan is a young journalist based in Chittagong, where she writes for local and nationwide newspapers. Over the past two years she has systematically been verbally and physically attacked and has received threats of murder. Ms Khan has written critical articles on the alleged participation of local politicians and religious groups in attacks on members of minority groups, and the unlawful possession of land by landowners. Two years ago she was threatened with murder. In December 2005 she, together with several other journalists from Chittagong and civil servants throughout the country, again received murder threats. They were addressed to the Chittagong Press Club and are believed to have come from the forbidden Islamic organisation "Jamaatul Mujahideen Bangladesh" (JMB). This must be seen as an attempt by certain Islamic organisations to destabilize the democratic process in Bangladesh.

After these threats the government ordered police protection for the Chittagong Press Club and some members of JMB were even arrested. There have, however, been no further attempts to discover who was responsible for the murder threats, and no measures have been taken to protect the threatened individuals. Sumi Khan has continued to receive murder threats.

I am appealing to you to instigate a full, impartial and independent inquiry into the threats and attacks against Sumi Khan, in order to determine who is responsible and to bring them to justice.

Yours sincerely,

Copy to:
Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S. E. Herrn A. B. Manjoor Rahim
Dovestr. 1, 5. Etage
10587 Berlin