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Juli-Brief 2006

Fallbeschreibung

Arzhang Davoodi, Iran

Arzhang Davoodi, Schriftsteller und Direktor des Kulturbildungszentrums "Parto-e Hekmat" in Teheran, verbüßt eine 15-jährige Haftstrafe im Gefängnis der Stadt Bandar Abbas. Obwohl er an gesundheitlichen Problemen leidet, wird ihm die medizinische Versorgung verweigert. ai betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Arzhang Davoodi war im Oktober 2003 festgenommen worden, nachdem er bei der Produktion der heimlich gefilmten Fernsehdokumentation "Forbidden Iran", in der Kritik an den iranischen Behörden geübt wurde, mitgewirkt hatte. Er wurde in einer Einrichtung der Revolutionsgarden in Einzelhaft gehalten und schwer gefoltert. Er wurde später in zwei weitere Hafteinrichtungen verlegt, bevor man ihn im September 2005 in das Gefängnis von Bandar Abbas brachte. Er darf lediglich einmal in der Woche für 15 Minuten seine Zelle verlassen, um sich im Gefängnishof aufzuhalten.

Der Schriftsteller wurde mindestens ein Jahr lang ohne Anklageerhebung in Haft gehalten. Während dieser Zeit forderte man ihn mindestens dreimal auf, ein vorgefertigtes mehrere Seiten langes "Geständnis" zu unterzeichnen. In einem Brief aus dem Gefängnis erklärte Arzhang Davoodi im Juli 2005, er sei zu 15 Jahren Haft, 70 Peitschenhieben und fünf Jahren Hausarrest verurteilt worden. Die gegen ihn erhobenen Anklagen lauteten unter anderem auf Gründung und Leitung der iranischen Befreiungsbewegung, Verfassen eines Buches, in dem er einen säkularen Iran forderte und Beteiligung an der Produktion der Dokumentation "Forbidden Iran".

Im Schreiben an die oberste Justizautorität des Iran wird die sofortige und bedingungslose Freilassung von Arzhang Davoodi sowie eine unabhängige Untersuchung der Foltervorwürfe gefordert.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes

Herrn Ebadollah Molaei Aghbash
Gesandter (Geschäftsträger a.i.)
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin

Exzellenz, Sie erhalten anbei eine Kopie meines Schreibens an den Justizminister Ihres Landes. Darin wird er über den Fall des Schriftstellers Arzhang Davoodi informiert, den die Menschenrechtsorganisation Amnesty International als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet.

Der Justizminister wird gebeten, seine sofortige und bedingungslose Freilassung, sowie eine unabhängige Untersuchung der Foltervorwürfe zu bewerkstelligen. Wir hoffen, auch Sie werden unseren Appell unterstützen.

Anlage
Brief an Justizminister Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi

Hier ist der Brief an das betroffene Land

His Excellency Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi
Ministry of Justice
Park-e Shahr
Teheran
Iran

Dear Minister,

The human rights association Amnesty International has reported on the case of a citzen of your country, Arzhang Davoodi, writer and director of the cultural centre "Parto-e Hekmat" in Teheran. I should like to protest at the way this person has been treated at the hands of your prison service.

Arzhang Davoodi is currently serving a 15 year prison sentence in the prison of Bandar Abbas. Despite health problems he has been denied all medical care. Amnesty International regards him as a non-violent political prisoner and would like to remind you of his case. In October 2003 he was arrested after having participated in the production of a secretly filmed TV documentary which was critical of the Iranian government. He was held in solitary confinement and tortured, in his current circumstances he is only allowed to leave his cell for 15 minutes every week. For the first year he was held without charges. During this period he was repeatedly asked to sign a "confession". A year ago he was able to inform Amnesty International of his sentence: 15 years' imprisonment, 70 lashes of the whip and 5 years' house arrest.

We believe that he was excercising his rights as a human being to freedom of thought, conscience and religion, and freedom of opinion and expression, as expressed in the Universal Declaration of Human Rights.

I would be grateful if you would immediately and unconditionally release Arzhang Davoodi from the prison in Bandar Abbas, and initiate an independent inquiry into his claims of torture.

Yours faithfully,

Copy to:
Herrn Ebadollah Molaei Aghbash
Gesandter (Geschäftsträger a.i.)
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin