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Unser Monatsbrief für Januar 2017

Fallbeschreibung
Kamerun - Fomusoh Ivo Feh


Foto: Fomusoh Ivo Feh: © Private


Der Student Fomusoh Ivo Feh wurde am 2. November 2016 zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er sich in einer SMS an einen Freund über die bewaffnete Gruppe Boko Haram lustig gemacht hatte. Fomusoh Ivo Feh, kurz Ivo genannt, wollte gerade sein Studium beginnen, als er im Dezember 2014 festgenommen wurde.

Er hatte eine SMS mit einem Witz über die bewaffnete Gruppe Boko Haram an einen Freund weitergeleitet. Darin hieß es, selbst Boko Haram würde einen nur aufnehmen, wenn man die Prüfung in mindestens fünf Schulfächern bestanden habe. Die SMS war eine Anspielung darauf, dass es selbst mit einem guten Abschluss für junge Menschen in Kamerun sehr schwer ist, eine gute Stelle zu finden. Nachdem der Freund die SMS an einen Schüler weitergeleitet hatte, fiel sie einem Lehrer in die Hände, der sich an die Polizei wandte. Daraufhin wurden Ivo und die beiden anderen jungen Männer festgenommen. Sie wurden in einem Gefängnis in der Hauptstadt Yaoundé inhaftiert und vor ein Militärgericht gestellt. Auch die beiden Freunde wurden am 2. November 2016 von einem Militärgericht wegen "Straftaten" in Verbindung mit Terrorismus zu je zehn Jahren Haft verurteilt.

Im Brief an den Präsidenten von Kamerun fordern wir ihn auf, dafür Sorge zu tragen, dass Fomusoh Ivo Feh und seine beiden Freunde umgehend und bedingungslos freigelassen werden, da sie nur aufgrund der Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit zu zehn Jahren Haft verurteilt wurden. Wir fordern ihn zudem höflich auf, sicherzustellen, dass die drei Verurteilten weder gefoltert noch anderweitig misshandelt werden, dass sie regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien sowie Rechtsbeiständen ihrer Wahl haben und ihre grundlegende Versorgung gewährleistet ist.


Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Republik Kamerun
S. E. Herrn Jean-Marc Mpay
Ulmenallee 32
14050 Berlin




Exzellenz,

Sie erhalten heute von mir einen Brief an den Präsidenten Ihres Landes. Er wird darin gebeten, Fomusoh Ivo Feh und seine beiden an der Weiterleitung einer SMS beteiligten Freunde freizulassen. Alle drei sind zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und haben doch nur von dem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht. Wenn ihre Zukunft nicht zerstört wird, können Sie Ihrem Land in ihrem weiteren Leben besser dienen.

Ich ersuche auch Sie, sich für diese jungen Männer einzusetzen, und danke im Voraus für Ihre Bemühungen.

Hochachtungsvoll




Anlage


Hier ist der Brief an das betroffene Land


S. E. M. Paul Biya
Président de la République du Cameroun
Présidence de la République
Palais de l`Unité B. P. 95
Yaoundé
KAMERUN



Excellency,

I am writing to you on behalf of Fomusoh Ivo Feh, a young man at the outset of his studies at the university, whose future is at stake. In December 2014 he was arrested together with two friends, because they had passed on an SMS satirizing the kind of recruitment of Boko Haram. The three men were then transferred to a prison in Yaoundé and put to trial at a military court in November 2016. Fomusoh Ivo Feh and his friends were sentenced to ten years of imprisonment on the basis of forwarding the above-mentioned text message. However, in doing so, they only exercised their right to freedom of expression.

Therefore I should like to appeal to you to release Fomusoh Ivo Feh and his friends unconditionally and without delay. Moreover, I should like to urge you to ensure that the three men will not be tortured or ill-treated in other ways whilst in detention. They shall also have access to their families and lawyers and get what is necessary to meet their basic needs. Please do not make them pay with their future for only passing on a satirical SMS.

Yours respectfully





Copy to:
Botschaft der Republik Kamerun
S. E. Herrn Jean-Marc Mpay
Ulmenallee 32
14050 Berlin