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Unser Monatsbrief für Januar 2011

Fallbeschreibung

Pater Solalinde koordiniert die katholische Anlaufstelle für Migranten "Pastoral de Movilidad Humana Pacifico Sur del Episcopado Mexicano". Zudem leitet er eine Unterkunft für Migranten in der Gemeinde Ixtepec im Bundesstaat Oaxaca, die eingerichtet wurde, um Migranten auf der Durchreise einen sicheren Schlafplatz zu bieten. Tausende Menschen aus Mittel- und Südamerika durchqueren jedes Jahr Mexiko, um in die USA zu gelangen. Viele von ihnen werden unterwegs von Banden entführt, geschlagen, vergewaltigt oder ermordet. In zahlreichen Fällen sind auch örtliche Behörden in diese Verbrechen verwickelt.

Pater Solalinde möchte die Reise der Migranten sicherer machen und wird dafür aus fremdenfeindlichen Motiven von lokalen Banden und Angehörigen der Gemeindeverwaltung von Ixtepec immer wieder bedroht und schikaniert. Am 24. Juni 2008 brach eine Gruppe von 50 Ortsbewohnern, darunter der Bürgermeister und 14 Polizisten, in die von Pater Solalinde geführte Unterkunft ein und drohte damit, das Gebäude niederzubrennen, wenn es nicht innerhalb von 48 Stunden geschlossen würde. Lokale Medien veröffentlichen regelmäßig Berichte, in denen sie behaupten, in der Einrichtung von Pater Solalinde würden kriminelle Migranten untergebracht. Der Pater hat bereits mehrfach Morddrohungen erhalten, aber die lokalen Behörden haben wenig unternommen, um diese aufzuklären und ihn zu schützen.

Im Brief an den mexikanischen Innenminister wird dieser aufgefordert, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit von Pater Solalinde und seinem Team zu gewährleisten, damit sie ihre Arbeit für die Rechte von Migranten in der Region ungehindert und ohne Angst vor Repressalien fortsetzen können. Außerdem wird die Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Schutzprogramms für Menschenrechtsverteidiger in Mexiko gefordert.




Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Francisco Nicolas González Diaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin

Exzellenz!

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an den Innenminister ihres Landes, in dem er aufgefordert wird, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Pater Alejandro Solalinde Guerra und seinem Team zu gewährleisten. Sie müssen ihre segensvolle Arbeit für die Migranten in der Region ungehindert und ohne Angst vor Repressalien fortsetzen können.

Außerdem ist es dringend nötig, endlich ein umfassendes Schutzprogramm für Menschenrechtsverteidiger in Mexiko zu entwickeln und umzusetzen.

Ich ersuche auch Sie, sich für einen besseren Menschenrechtsschutz in Ihrem Land einzusetzen und Menschen wie Pater Solalinde mit seinem Team zu schützen und zu unterstützen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.



Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land


Lic. José Francisco Blake
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso,
Col. Juárez, Delegación Cuauhtémoc
México D. F., C.P.06600
MEXIKO


Muy estimado Sr. Ministro:

Temo por la salud y la seguridad del Padre Alejandro Solalinde Guerra. El se ocupa del lugar de acogida para migrantes “Pastoral de Movilidad Humana Pacífico Sur del Episcopado Mexicano”. Pone a la disposicíon de emigrantes de Sur- y Centroamérica un alojamiento en Ixtepec en la povincia de Oaxaca que ofrece a estos migrantes un lugar dondo pueden dormir tranquilamente.

En su viaje para llegar a los Estados Unidos, estas personas se ven agredidas por grupos de criminales que los raptan o los secuestran e incluso los matan. En muchos de estos casos también están involucradas las autoridades locales. El padre Solalinde quiere garantizar el viaje de estos migrantes, sin embargo, por odio a los extranjeros los grupos de criminales locales y también los empleados de la administración comunal de Ixtepec los amenazan y les causan muchos problemas.

El 24 de junio de 2008 un número de 50 habitantes, entre ellos el alcalde junto con 14 policías entraron en el alojamiento y obligaron al padre Solalinde que cerrara esta vivienda o le prenderían fuego. Además los periódicos escriben que en el citado alojamiento viven criminales. El padre mismo ha recibido amenazas de muerte pero las autoridades locales no han hecho nada para aclarar la situación o para garantizar la vida del padre.

Le ruego, Sr. Ministro, que adopte las medidas necesarias para garantizar la vida del padre y de las personas que trabajan con él para que puedan seguir acogiendo a los migrantes sin tener miedo de represalias. Además le pido que se introduzca en su país un programa de protección para los defensores de los derechos humanos en México.

Quedo de Ud. muy atentamente,



Copia a
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Francisco Nicolas González Diaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin