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Unser Monatsbrief für Januar 2009

Fallbeschreibung

Foto: Abranches Afonso Penicelo: © Amnesty
Abranches Afonso Penicelo: © Amnesty

Abranches Afonso Penicelo starb am 15. August 2007 im Krankenhaus an den Folgen eines Angriffs durch die Polizei. Am Tag zuvor hatten fünf Polizeibeamte Penicelo zu Hause abgeholt und ihn in ein etwa 140 Kilometer entferntes, abgelegenes Gebiet gebracht.

Dort prügelten die Polizeibeamten so lange auf ihn ein, bis er das Bewusstsein verlor, schossen ihm in den Nacken, zündeten ihn an und ließen ihn zurück, da sie ihn für tot hielten. Doch er überlebte und schaffte es, sich zu einer nahe gelegenen Strasse zu schleppen. Man fand ihn und brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er am folgenden Tag verstarb.

Abranches Penicelos Tod ist der Höhepunkt einer zehn Jahre währenden Schikane durch die Polizei. Im September 1997 durchsuchten Polizeibeamte das Haus der Familie, nahmen Schmuck, Geld, Autos und anderes Eigentum mit. Abranches Penicelo und seine Brüder wurden festgenommen und des Strassenraubes beschuldigt. Seine Brüder ließ man ohne Anklage frei, doch Abranches Penicelo blieb bis Januar 1999 inhaftiert. Im Dezember 1999 sprach ein Gericht ihn frei und ordnete die Rückgabe des beschlagnahmten Eigentumes an, die bisher nicht erfolgt ist.

Abranches Penicelo wurde am 13. Februar 2007 erneut wegen Raubes festgenommen und in der Haft offenbar geschlagen. Der damalige Generalstaatsanwalt eröffnete ein Verfahren gegen die Polizei, das am 7. August 2007 vor Gericht gelangen sollte, doch aus nicht bekannten Gründen vertagt wurde. Eine Woche später wurde Penicelo umgebracht.

Im Brief an den Generalstaatsanwalt von Mosambik wird die Bestürzung zum Ausdruck gebracht, dass Abranches Afonso Penicelo von Polizisten getötet wurde. Es wird gefordert, dass die Umstände seines Todes unverzüglich, unparteiisch und gründlich untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Republik Mosambik
S.E. Herrn Carlos Dos Santos
Stromstr. 47
10551 Berlin

Exzellenz,

Sie erhalten anbei eine Kopie meines Schreibens an den Generalstaatsanwalt Ihres Landes mit der Bitte, dass er eine faire und unparteiische Untersuchung des Falles von Abranches Afonso Penicelo anordnet. Leider ist dieser Mann nicht mehr am Leben, aber es wäre wichtig, die Umstände seines Todes zu klären und die dafür Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Ich hoffe, Sie werden uns auch unterstützen. Amnesty International setzt sich weltweit für Menschen ein, die in ihren grundlegenden Rechten unterdrückt werden.

Hochachtungsvoll,

Anlage

Hier ist der Brief an das betroffene Land


Sr. Dr. Augusto Paulino
Procurador Geral da República
Procuradoria Geral da República
Maputo
MOSAMBIK


Your Excellency,

Through the intermediary of the human rights association Amnesty International I have heard about the case of Abranches Afonso Penicelo. I should like to bring it to your attention in the hope that you will be able to bring your influence to bear in a further investigation.

Abranches Afonso Penicelo and his family had been subjected to harassment by the police over a ten year period. Items were stolen from their home, they were arrested and accused of carrying out robberies. His brothers were allowed to go free, Abranches Afonso Penicelo was sentenced to a one year and five month's prison sentence. In December 1999 he was released. The stolen property was never returned to the family, as had been ordered by the judge.

In February 2007 he was arrested again, on charges of robbery. He was allegedly beaten in prison. The case was adjourned in March and his release was ordered. The police did not release him until 5 days later. The then Public Prosecutor opened a court case against the police accused of harassing him. This case was due to commence on 7. August 2007 but for some unknown reason this did not happen. One week later, on 15. August 2007, Abranches Afonso Penicelo died in hospital as a result of a further attack on the part of the police. Despite being terribly injured and left for dead by his torturers, he was able to give a statement before dying.

Nothing can bring this man back to life, but nevertheless a full, impartial, independent inquiry into the cause of his death and the attendant circumstances would be welcomed by his family and by all who appreciate the cause of justice.

Yours sincerely,

Copy to:
Botschaft der Republik Mosambik
S.E. Herrn Carlos Dos Santos
Stromstr. 47
10551 Berlin