Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

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Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

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Januar-Brief 2003

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes

Kanzlei der Botschaft der
Republik Österreich
S. E. Herrn Christian Prosl
Stauffenbergstr. 1
10785 Berlin

Exzellenz,

Sie erhalten anbei eine Kopie meines Schreibens an den Innenminister Ihres Landes, in dem ich eine gründliche und unparteiische Untersuchung im Falle Binali Ilter fordere.

Ich hoffe, auch Sie werden diesen Appell unterstützen. Amnesty international zeigt, dass Menschenrechtsverletzungen überall in der Welt vorkommen künnen, nicht nur in der sogenannten Dritten Welt.

Ich schätze Ihre Unterstützung und Ihr Interesse.

Hochachtungsvoll,

Anlage



Hier ist der eigentliche Brief an das betroffene Land

Ernst Strasser
Bundesminister für Inneres
Bundesministerium für Inneres
Herrengasse 7
A-1014 Wien
Österreich

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

Das Schicksal des Österreichers Binali Ilter hat mich schwer betroffen und deswegen möchte ich Sie noch daran erinnern. Am Nachmittag des 31. August 2002 wurde Binali Ilter mitten in der Stadt Wien von der Polizei erschossen. Zu diesem Zeitpunkt war der 28-jährige Mann unbewaffnet und hatte starke psychische Probleme, seit Jahren litt er an Schizophrenie. Berichten zufolge war das der Polizei auch bekannt. Seine Mutter hatte am selben Tag die Polizei um Hilfe bei der Suche ihres Sohnes gebeten, da sie wusste, dass bei ihm psychische Störungen aufgetreten waren.

Nach auffälligem Benehmen von Ilter in einem Laden in der Innenstadt wurde die Polizei herbeigeholt. Etwas später wollten zwei Polizisten ihn stellen. Binali Ilter ging barfuß, mit T-Shirt und Kniehosen gekleidet, die Polizisten fuhren Auto und waren bewaffnet. Sie überholten ihn, hielten an, stiegen aus, und ein Beamter zog seine Waffe. Als der offensichtlich verwirrte Ilter die Beamten anschrie und auf sie zuging, wurde er in Schulter und Bauch geschossen. Zwar wurde ein Rettungswagen von den Polizisten herbeigerufen, aber sie selbst unternahmen keinen Versuch, seine Blutungen zu stoppen. Ilter starb am selben Tag im Krankenhaus.

Ich bitte Sie, eine gründliche und unparteiische Untersuchung dieses tödlichen Zwischenfalls einzuleiten. Besonders interessant wäre zu wissen, warum Schusswaffen gegen eine unbewaffnete, offensichtlich verwirrte Person eingesetzt wurden.

Hochachtungsvoll,


Kopie an: Kanzlei der Botschaft der
Republik Österreich
S. E. Herrn Christian Prosl
Stauffenbergstr. 1
10785 Berlin
Deutschland