Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

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Unser Monatsbrief für Februar 2012

Fallbeschreibung


Aayat Hasan Mohamed Alqormozi: © Amnesty

Die 20-jährige Studentin Aayat Alqormozi kann jederzeit inhaftiert werden. Ihr Vergehen: Sie trug im Februar 2011 bei einer Kundgebung selbstverfasste Gedichte vor, in denen sie den König und Premierminister von Bahrain kritisierte. Aus diesem Grund wurde Aayat Alqormozi am 30.März 2011 festgenommen und im Juni von einem Militärgericht zu einem Jahr Haft verurteilt. Im Juli wurde sie zwar freigelassen, doch die Anklagepunkte gegen Aayat Alqormozi bestehen weiterhin.

Vor ihrer Festnahme im März hatten Sicherheitskräfte zwei Mal das Haus ihrer Eltern durchsucht und damit gedroht, ihre Brüder zu töten. Sie soll in Haft gefoltert worden sein. Im November erklärte das höchste Berufungsgericht, dass ihr Verfahren bis auf Weiteres ausgesetzt werde.

Im September hinderte man Aayat Alqormozi daran, ihr Studium an der Universität von Bahrain zu beenden. Ein Wachmann verweigerte ihr den Zugang zum Campus. Die Universität gab keine Erklärung für dieses Vorgehen ab.

Im Zusammenhang mit den Reformkundgebungen, die Anfang Februar 2011 in Bahrain begannen, wurden mindestens 1.000 Personen inhaftiert. Fünf der Inhaftierten starben an den Folgen von Folter. Zahlreiche Festgenommene wurden vor Militärgerichte gestellt und für schuldig befunden, darunter auch Aayat Alqormozi. Seit Oktober 2011 werden in Bahrain alle Verfahren an Zivilgerichte übertragen. Amnesty International ist überzeugt, dass Zivilpersonen nicht vor ein Militärgericht gestellt werden dürfen, da diese Praxis gegen internationale Standards für faire Gerichtsverfahren verstößt.

Im Brief an die bahrainische Ministerin für Menschenrechte wird diese aufgefordert, sicherzustellen, dass das Urteil gegen Aayat Alqormozi aufgehoben wird und alle Anklagepunkte gegen sie fallen gelassen werden. Außerdem wird sie darum gebeten, dass die Folter- und Misshandlungsvorwürfe untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.




Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft des Königreichs Bahrain
S. E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Straße 7
10785 Berlin


Exzellenz,

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an die Ministerin für Menschenrechte in Ihrem Land. Sie wird darin gebeten, sicherzustellen, dass das Urteil gegen Aayat Alqormozi aufgehoben wird und alle Anklagepunkte gegen sie fallen gelassen werden. Daran schließt sich die Bitte, dass die Folter- und Misshandlungsvorwürfe untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Ich ersuche auch Sie, sich für diese Bürgerin Ihres Landes einzusetzen, die auch die Erlaubnis erhalten soll, dass sie ihr Studium an der Universität abschließen kann.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.



Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land


Dr. Fatima Mohamed Al-Balooshi
Minister of Human Rights and Social Development
Ministry of Human Rights and Social Development
P.O. Box 32868
Manama
BAHRAIN



Your Excellency,

I am writing to you on behalf of Aayat Hasan Yusuf Mohamed Alqormozi, a 20-year-old university student and poet.

In February 2011 Aayat Alqormozi took part in a demonstration and recited some poems addressed to the king and the prime minister of Bahrain. Because of this she was arrested in March 2011 and sentenced to one year of imprisonment by a military court in June 2011. Aayat Alqormozi seems to have been tortured while in detention. I was deeply shocked to hear that in March 2011 members of the security forces raided her parents' house on two occasions and threatened to kill her brothers. In July 2011 she was released from prison. But her conviction stands and she remains at risk of being returned to prison at any time.

When Aayat Alqormozi wanted to go to university again in September 2011 in order to complete her studies, she was not allowed into the building.

I should like to appeal to you to annul her conviction and drop any pending charges. I should also like to ask you to set up a full investigation into Aayat's allegations of torture and ill-treatment and bring to justice anyone found responsible for such acts.

In 2001 significant steps had been taken in your country to promote human rights, which was widely appreciated. In accordance with amnesty international I call on you to uphold the rights to freedom of expression, movement, and assembly.

Yours respectfully,



Copy to:
Botschaft des Königreichs Bahrain
S. E. Herrn Ebrahim Mohmood Ahmed Abdulla
Klingelhöfer Straße 7
10785 Berlin