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Unser Monatsbrief für Februar 2011

Fallbeschreibung

Die Bewohner der Dörfer Hadidiya und Humsa im Jordantal im Westjordanland sind dauerhaft von rechtswidriger Zwangsräumung durch die israelische Armee bedroht. Ihre Häuser könnten zerstört und ihre Existenzgrundlage vernichtet werden. Bereits jetzt ist ihr Zugang zu Wasser stark eingeschränkt, da die örtliche Wasserversorgung nur für die israelischen Siedlungen vorgesehen ist. Seit 2007 sind mehrfach Häuser und andere Einrichtungen in Hadidiya und Humsa zerstört worden. Im August 2007 wurden die Wohnungen von 40 Familien abgerissen. Im Juni 2009 zerstörte die Armee Häuser und andere Einrichtungen von 18 Familien. Außerdem wurden ihr Wassertank und ein Traktor samt Anhänger, der zum Wasserholen benutzt worden war, beschlagnahmt. Die Lebensbedingungen in Hadidiya und Humsa sind hart. Früher lebten die palästinensischen Gemeinschaften hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht. Heute sind sie bedroht, weil ihnen Wasser und Land fehlen, um ihre Herden grasen zu lassen. Nach Auffassung der israelischen Behörden haben die Bewohner von Hadidiya und Humsa kein Recht, in der Region zu leben, da es sich um"militärisches Sperrgebiet" handle. Die Dorfbewohner dürfen demnach weder Häuser bauen noch Zelte aufschlagen. Die israelische Armee betrachtet beides als "illegal". Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für die Vorgänge in der Region hat in den vergangenen Jahren nachgelassen. Weitere und dauerhafte Aktionen sind entscheidend.

Im Brief an den israelischen Verteidigungsminister wird dieser aufgefordert, ein Räumungs- und Abrissmoratorium für Hadidiya und Humsa zu erlassen, und sicherzustellen, dass beschlagnahmtes Eigentum zurückgegeben wird. Außerdem wird der Abbau diskriminierender Hindernisse beim Zugang zu Wasser, Strom und anderen grundlegenden Gütern gefordert.




Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft des Staates Israel
S. E. Herrn Yoram Ben Zeev
Auguste-Viktoria-Straße 74-76
14193 Berlin


Exzellenz,

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an den Verteidigungsminister Ihres Landes. Er wird darin aufgefordert, ein Räumungs- und Abrissmoratorium für Dadidya und Humsa zu erlassen. Auch müssen die diskriminierenden Hindernisse beim Zugang zu Wasser, Strom und anderen grundlegenden Gütern abgebaut werden. Ich ersuche auch Sie, sich für die betroffenen Familien im Jordantal im Westjordanland in diesem Sinne einzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.



Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land


Ehud Barak
Minister of Defence
Ministry of Defence
37 Kaplan Street, Hakirya
Tel Aviv 61909
ISRAEL



Dear Minister,

I am very concerned about the fate of the Palestinian villages of Hadidiya and Humsa in the Jordan area of the occupied West Bank, whose inhabitants are at immediate risk of being forcibly evicted from their homes by the Israeli army. The Israeli army also denies them access to the water they need to survive.

Since 2007 almost 60 families have been deprived of their homes. Recently a water tank and one of he two tractors available to bring in water from other areas were confiscated, which worsened the already dire water shortage in the villages. The plains, where Hadidiya and Humsa are located, had once been declared “military closed zones” and the existence of the Bedouin families there was regarded as illegal.

I should like to appeal to you to declare a moratorium to terminate the destruction and eviction campaigns against the people living in Hadidiya and Humsa. Moreover, the families must have access to water and other basic supplies. Confiscated property has to be given back and further harassment has to be stopped. The United Nations have stated that the policy of closures and demolitions of Palestinian homes amount to cruel, inhuman and degrading treatment.

Yours sincerely,



Copy to:
Botschaft des Staates Israel
S. E. Herrn Yoram Ben Zeev
Auguste-Viktoria-Straße 74-76
14193 Berlin