Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

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Unser Monatsbrief für Dezember 2009

Fallbeschreibung

Kang Gun, der die südkoreanische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde in China von nordkoreanischen Agenten verschleppt. Er wurde zuletzt am 4. März 2005 in der an Nordkorea grenzenden Provinz Jilin gesehen.

Berichten zufolge brachte man ihn über die Grenze nach Nordkorea und hielt ihn dort sechs Monate lang in einer Einrichtung des Staatssicherheitsdienstes in Chongjin in der Provinz Nord-Hamgyong fest. Dort wurde er verhört und möglicherweise gefoltert. Danach wurde er in eine Hafteinrichtung in der Hauptstadt Pjöngjang verlegt. Er ist in Gefahr, gefoltert oder sogar hingerichtet zu werden.

Kang Gun wuchs in Nordkorea auf und arbeitete später beim Nationalen Sicherheitsdienst. Im Jahr 2000 floh er nach China und dann nach Südkorea, wo er die südkoreanische Staatsbürgerschaft annahm. 2004 begann er, auf Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea aufmerksam zu machen und agierte als Fluchthelfer für Nordkoreaner, die nach Südkorea gelangen wollten. Im Februar 2004 übermittelte er einem japanischen Fernsehsender geheime Videoaufzeichnungen aus einem Lager für politische Gefangene in der Provinz Süd-Hamgyong.

Jedes Jahr überqueren Hunderte Nordkoreaner die Grenze nach China. Seit den neunziger Jahren sind Tausende dabei festgenommen und nach Nordkorea abgeschoben worden. Vielen ­drohen bei ihrer Rückkehr lange Haftstrafen und Folter, einige werden hingerichtet.

Im Brief an den Staatschef Nordkoreas wird darum gebeten, dass Kang Gun entweder freigelassen wird und Nordkorea verlassen darf oder einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt wird und umgehend ein faires Gerichtsverfahren erhält. Außerdem werden die nordkoreanischen Behörden gebeten, die Inhaftierung von Kang Gun zu bestätigen und seinen Haftort bekannt zu geben.



Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea
S.E. Herrn Chang Il Hong
Glinkastr. 5-7
10117 Berlin


Exzellenz,

Sie erhalten anbei eine Kopie meines Schreibens an den Vorsitzenden Ihres Landes, Kim Jong-II. Ich erkläre ihm darin die Situation des Südkoreanischen Bürgers Kang Gun, der seit März 2005 vermisst ist. Wahrscheinlich wurde er verhaftet und sogar während der Haft gefoltert.

Als Mitglied der Menschenrechtsorganisation Amnesty International appelliere ich auch an Sie, sich bei Ihrem Vorsitzenden für diesen Menschen einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land


Kim Jong-II
Chairman
National Defence Commission
Pyonyang
Demokratische Volksrepublik Korea

Dear Chairman,

The human rights organisation Amnesty International has heard about the unknown whereabouts of the South Korean citizen Kang Gun. This person grew up in North Korea but left the country in 2000 and went, via China, to South Korea. There he drew attention to violations of human rights in North Korea and helped people who wanted to leave North Korea. We know that he was kidnapped by North Korean security agents in China, on or around 4th March 2005. He has not been seen since then. Apparently he was taken to a State Security institution in Chongjin, North Hamgyong, where he was interrogated and possibly also tortured. Later he was transferred to a prison in Pyongyang. We understand that he is in danger of being tortured or even executed.

Kang Gun had only been exercising his rights as a human being, as expressed in the Universal Declaration of Human Rights. Firstly, we ask you to confirm that he is actually imprisoned, and if so, where exactly. Should this turn out to be the case, we ask you to release him and allow him to leave North Korea, or to accuse him of a valid offence which should then be subject to a fair trial in a court of law.

We should also like to remind you of the many other prisoners who share a similar fate. We urge you to consider their cases in the light of internationally recognised covenants.

Yours faithfully,

Copy to:
Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea
S.E. Herrn Chang Il Hong
Glinkastr. 5-7
10117 Berlin