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Dezember-Brief 2008

Fallbeschreibung

J. S. TISSAINAYAGAM, Sri Lanka

Der Journalist Jayaprakash Sittampalam (J.S.) Tissainayagam wird seit über acht Monaten auf der Grundlage von Antiterrorbestimmungen in Haft gehalten. Seine Inhaftierung steht offenbar mit seiner journalistischen Tätigkeit in Zusammenhang. Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen. J.S. Tissainayagam hat ein Augenleiden und ist in Gefahr zu erblinden, wenn er nicht die erforderliche fachärztliche Betreuung erhält.

Am 7. März 2008 wurde J.S. Tissainayagam festgenommen, als er sich bei der Einheit für Terrorismusfahndung (Terrorist Investigation Division - TID) nach der Festnahme seines Kollegen und dessen Frau erkundigte. Bei einer mündlichen Verhandlung seiner Beschwerde gegen die ohne Haftbefehl erfolgte Festnahme am 27. März 2008 verwies das Gericht auf eine vorherige Entscheidung, der zufolge Gefangene von der TID nicht länger als eine Woche festgehalten werden sollten. Die Regierung legte dem Obersten Richter daraufhin eine Haftanordnung vor und begründete diese mit der Behauptung, J.S. Tissainayagam handle auf Befehl der bewaffneten Oppositionsgruppe "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) und könne deshalb legal bis zu 90 Tage lang festgehalten werden. Am 7.Juni 2008 wurde eine weitere dreimonatige Haftanordnung gegen den Journalisten verfügt.

Am 25. August 2008 erhob das Strafgericht auf der Grundlage des Antiterrorgesetzes Nr. 49 von 1979 Anklage gegen J.S. Tissainayagam wegen Unterstützung terroristischer Organisationen durch das Sammeln von Geld für die Zeitschrift North Eastern Monthly und Anstiftung zu ethnischen Konflikten.

Im Brief an den Staatspräsidenten von Sri Lanka wird die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass J.S. Tissainayagam aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit in Haft gehalten wird und seine sofortige und bedingungslose Freilassung gefordert.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes

Botschaft der Demokratischen
Sozialistischen Republik Sri Lanka
S. E. Herrn Tikiribandara Maduwedegera
Niklasstr. 19
14163 Berlin

Exzellenz,

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an den Staatspräsidenten Ihres Landes. Er wird darin gebeten, den Journalisten J. S. Tissainayagam umgehend und bedingungslos freizulassen. Amnesty International betrachtet Ihren Landsmann als gewaltlosen politischen Gefangenen, der eben nur seine journalistische Arbeit getan hat.

Ich bitte auch Sie, sich für diesen Bürger Ihres Landes einzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Anlage

Hier ist der Brief an das betroffene Land

His Excellency
The President Mahinda Rajapaksa
Presidential Secretariat
Colombo 1
SRI LANKA

Your Excellency,

I am very concerned about the case of J. S. Tissainayagam, a journalist, who is being held in prison. He was put under arrest on 7 March, 2008, when he inquired of the Terrorist Investigation Division for his colleague V. Jasikaren and his wife, both of them arrested the day before.

On 25 August, 2008, J. S. Tissainyaygam was put to trial on the basis of the anti ­terrorist legislation and accused of having supported terrorist organisations. However, he had only written in his magazine "North Eastern Monthly" about the consequences of violence for the civil and political life of the country. This is in accordance with the fundamental right to freedom of expression of everyone in the world.

Amnesty International regards J. S. Tissainayagam as a prisoner of conscience as his detention is obviously based on his work as a journalist. So I appeal to you to release him immediately and unconditionally. Then he can also consult a doctor, which is absolutely necessary to cure his severe eye complaint.

Yours sincerely,

Copy to:
Botschaft der Demokratischen
Sozialistischen Republik Sri Lanka
S. E. Herrn Tikiribandara Maduwedegera
Niklasstr. 19
14163 Berlin