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Dezember-Brief 2007

Fallbeschreibung

Carlos Hernández und Dina Meza, Honduras

Carlos Hernández, Vorsitzender der nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisation "Asociación para una Sociedad más Justa" (ASJ), und Dina Meza, die ASJ-Projektleiterin, sind nach Einschätzung von ai aufgrund ihres Engagements für die Menschenrechte in großer Gefahr. Die ASJ ist eine christliche Organisation, die sich dafür einsetzt, dass alle Bürger von Honduras einen besseren Zugang zu den Justizbehörden erhalten, um ihre Rechte geltend zu machen.

Am 4. Dezember 2006 war der für die ASJ tätige Rechtsanwalt Dionisio Díaz García in der Hauptstadt Tegucigalpa erschossen worden. Er war gerade auf dem Weg zum Obersten Gerichtshof, um dort einen Fall vorzubereiten. Vor seiner Ermordung vertrat er Mandanten, die seinen Angaben zufolge rechtswidrig von Sicherheitsunternehmen entlassen worden waren und andere Verstöße gegen das Arbeitsrecht erlitten hatten. Bereits seit Ende August 2006 waren Dionisio Díaz García und die ASJ-Projektleiterin Dina Meza mehrfach verfolgt und beschattet worden.

Drei Tage nach dem Mord erhielt Carlos Hernández eine SMS, in der ihm angedroht wurde: "Du bist der Nächste, weil Du der Vorsitzende bist". Seitdem haben die Drohungen und Einschüchterungen gegen ASJ-Mitglieder zugenommen.

Am 20. Dezember 2006 forderte die Interamerikanische Menschenrechtskommission die Regierung auf, Schutzmaßnahmen für die bedrohten ASJ-Mitglieder zu ergreifen. Dieser Forderung wurde jedoch nicht in vollem Maße entsprochen, denn die Drohungen gegen ASJ-Mitglieder dauern an.

Wer García ermordet hat, ist noch nicht bekannt. Auch die Ermittlungen zu den Drangsalierungen von ASJ-Mitgliedern zeigen keine Fortschritte.

Im Brief an den honduranischen Sicherheitsminister werden die Sorge über die gegen Carlos Hernández und Dina Meza gerichteten Einschüchterungen und Drohungen zum Ausdruck gebracht. Außerdem wird eine umfassende Untersuchung dieser Drohungen sowie der Ermordung von Dionisio Díaz García gefordert, deren Ziel es ist, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes

Kanzlei der Botschaft der Republik Honduras
S. E. Herr Roberto Augusto Martinez Castañeda
Cuxhavener Str. 14
10 555 Berlin

Exzellenz,

hiermit übergebe ich Ihnen einen Brief an den Sicherheitsminister Ihres Landes, in dem ich meine Sorge um die Sicherheit und das Leben von Carlos Hernández und Dina Meza zum Ausdruck bringe, die beide der Menschenrechtsorganisation ASJ angehören und nach anfänglichen Verbesserungen immer noch erheblichen Drohungen und Einschüchterungen ausgesetzt sind. Ich bitte auch Sie, sich für diese Bürger Ihres Landes einzusetzen.

Auch ergeht die Aufforderung, endlich den Mord an dem Rechtsanwalt Dionisio Díaz García, der für die ASJ gearbeitet hat, mit Nachdruck aufzuklären. Ich bitte Sie auch hier um Ihre Unterstützung.

In beiden Fällen geht es darum, die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Anlage

Hier ist der Brief an das betroffene Land

Sr. Alvaro Antonio Romero Salgano
Ministro de Seguridad
Plantel Casamatta subida al Picacho
Tegucigalpa
HONDURAS

Estimado Sr. Ministro,

A juzgar por nuestra asociación Amnistía Internacional, Carlos Hernández, presidente de la Asociación por una Sociedad más Justa (ASJ) así como Dina Meza, directora del proyecto ASJ están en grave peligro de muerte por estar luchando por los derechos humanos en su país.

El 4 de diciembre de 2006 fue matado a tiros en Tegucigalpa el abogado Dionisio Díaz García que tambien trabajaba para ASJ. Tres días después del asesinato, Carlos Hernández recibió un mensaje por móvil que decía "Tu eres el siguiente por ser el presidente". A fines de agosto de 2006, Dionisio Díaz García y la directora del proyecto Dina Meza habían sido perseguidos y observados varias veces. Desde entonces aumentaron las amenazas y las intimidaciones contra los miembros de la ASJ. El 20 de diciembre de 2006, la Comisión Humanitaria Internacional exigió del gobierno hondureño tomar medidas para proteger a los miembros de la ASJ. Sin embargo, no se obtuvieron resultados satisfactorios porque todavía se sigue amenazando a los miembros de la citada organización. No se sabe quien asesinó a Dionisio Díaz García y tampoco se sabe quienes son responsables por las amenazas que están sufriendo los miembros de la ASJ.

A causa de estas acontecimientos estoy muy preocupado y le ruego que Ud. investigue estas amenazas dirigidas contra Carlos Hernández y Dina Meza. Tambien insto en que se manejen investigaciones profundas sobre el asesinato del señor Dionisio Díaz García para que se encuentren los criminales responsables y para ponerlos ante los respectivos tribunales.

Quedo de Ud. muy atentamente,

Copia a
Kanzlei der Botschaft der Republik Honduras
S. E. Herr Roberto Augusto Martinez Castañeda
Cuxhavener Str. 14
10 555 Berlin