Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

Impressum | Login

Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

StartseiteAug2013

Unser Monatsbrief für August 2013

Fallbeschreibung

MEXIKO - MIRIAM LÓPEZ


Die Mexikanerin Miriam López
wurde von Soldaten widerrechtlich gefangengenommen,
gefoltert und mehrfach vergewaltigt.
Foto: © Agencia Reforma



Miriam López, Hausfrau und Mutter von vier Kindern, wurde 2011 von Angehörigen des mexikanischen Militärs vergewaltigt und in anderer Weise gefoltert. Zwei Soldaten nahmen sie am 2. Februar 2011 in ihrem Heimatort Ensenada im Bundesstaat Baja California willkürlich fest. Sie hielten Miriam López zunächst eine Woche lang in einer Kaserne gefangen und verhörten sie bezüglich mutmaßlicher Drogendelikte. In dieser Zeit wurde Miriam López dreimal vergewaltigt und mit Elektroschocks und simuliertem Ersticken gefoltert. Sie wurde außerdem gezwungen, in schmerzhaften Positionen zu verharren. Die Soldaten zeigten ihr Bilder von ihrem Mann und ihren Kindern und drohten damit, ihnen etwas anzutun, sollte sie nicht kooperieren. Miriam López wurde schließlich im September 2011 ohne Anklage freigelassen. Bisher ist in diesem Fall niemand zur Rechenschaft gezogen worden.

So wie Miriam López erging es in den vergangenen Jahren Tausenden weiteren Personen im Gewahrsam der mexikanischen Behörden. Besonders der vermehrte Einsatz von Soldaten zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens hat zur Folter und Misshandlung von Inhaftierten beigetragen. Der UNO-Ausschuss gegen Folter erteilte der mexikanischen Regierung im Jahr 2012 Empfehlungen, deren vollständige Umsetzung zur Eindämmung der Folter und Misshandlung führen würde.

Im Brief an den mexikanischen Präsidenten fordern wir ihn auf, umgehend für eine umfassende und unparteiische Untersuchung der willkürlichen Inhaftierung, Vergewaltigung und Folterung von Miriam López zu sorgen. Wir dringen zudem darauf, dass die Ergebnisse veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Wir fordern von den Behörden die Ausarbeitung eines umfassenden Plans zur Umsetzung der Empfehlungen, die der UNO-Ausschuss gegen Folter abgegeben hat.

Hier ist das Anschreiben an die Vertretung des Landes


Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin


Exzellenz,

hiermit erhalten Sie einen Brief an den Präsidenten Ihres Landes. Er wird darin gebeten, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der willkürlichen Inhaftierung, Vergewaltigung und Folterung von Miriam López in die Wege zu leiten. Er wird auch aufgefordert, die Ergebnisse zu veröffentlichen und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Auch sind die Empfehlungen des UNO-Ausschusses gegen Folter von den Behörden umzusetzen. Hierzu bedarf es eines umfassenden Planes, den es auszuarbeiten gilt.

Ich ersuche auch Sie, sich in diesem Sinne für die Sicherheit der Frauen in Ihrem Land einzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.



Anlage




Hier ist der Brief an das betroffene Land



Presidente Enrique Peña Nieto
Residencia Oficial de los Pinos
Casa Miguel Alemán
Col. San Miguel Chapultepec, C. P. 11850
Mexico City
MEXICO


Estimado Señor Presidente,

Tengo una gran preocupación por la situación actual de las mujeres en su país. Cada día desaparecen mujeres después de haber sido violadas y algunas de ellas aparecen asesinadas. Ante todo me preocupa ahora la seguridad de la Señora Miriam López, madre de cuatro hijos, que en 2011 fue violada y torturada por miembros del ejército mexicano.

El 2 de febrero de 2011 fue detenida por dos soldados en Enseñada, estado de Baja California, y la interrogaron durante una semana en un cuartel, acusándola de haber tomado drogas. Durante este tiempo la torturaron con choques electricos y la violaron. Le mostraron fotos de su esposo y de sus hijos y la amenazaron de hacer daño a sus familiares si no cooperara con los soldados. Finalmente en septiembre de 2011 le dieron la libertad a la señora sin que haya tenido lugar un juicio contra ella. Este mismo le aconteció a miles de mujeres mexicanas que tambien han sido maltratadas e incluso asesinadas.

Señor Presidente, le ruego que se investigue este caso de maltrato de la Señora Miriam López para que se pongan delante de los tribunales los soldados responsables por estos actos de violencia. También le ruego que se elabore un plan para aplicar las recomendaciones indicadas en la Comision de la ONU contra la Tortura y el Maltrato, estipuladas en el año 2012 para restringuir esos crímenes en el país de México.

Quedo de Ud. muy atentamente,



Copia a
Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin