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Patrick Okoroafor

13.05.2012

Patrick Okoroafor ist frei!

Das Foto zeigt Patrick, wie wir ihn als Gruppe in Pfaffenhofen vor drei Jahren u.a. mit einer Petition unterstützt haben. Damals hatte er bereits 14 Jahre - also die Hälfte seines Lebens - in Gefangenschaft verbracht und es erwartete ihn immer noch eine ungewisse Zukunft. Am 30. April 2012 wurde er endlich frei gelassen.

Der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl (CSU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und sogar die EU-Staaten hatten sich zuletzt für Patricks Freilassung stark gemacht.

Patrick Okoroafor hat 17 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht, das sind drei Jahre mehr als er bisher in Freiheit leben konnte - jetzt ist er endlich wieder frei!

Der 31-jähriger Nigerianer, der als Jugendlicher zum Tode verurteilt worden war, war insgesamt 17 Jahre lang inhaftiert gewesen. Amnesty International hat sich jahrelang mit Kampagnen für seine Freilassung eingesetzt.

Patrick Okoroafor war gerade 14 Jahre alt, als er im Mai 1995 festgenommen und des Raubes und der Entführung beschuldigt wurde. Er beteuerte, diese Verbrechen nicht begangen zu haben. Zwei Jahre später wurde er als 16-Jähriger zum Tode verurteilt.

Nach seiner Freilassung sagte Patrick Okoroafor: "Als Amnesty begann, meine Freilassung zu fordern, und als ich Tausende von Briefen, Postkarten und Nachrichten von Amnesty-Mitgliedern erhielt, schöpfte ich wieder Hoffnung, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft wieder frei sein könnte."

Amnesty International hat sich jahrelang für Patrick Okoroafor eingesetzt, weil das Verfahren gegen ihn äußerst unfair war und das internationale Recht die Todesstrafe für unter 18-Jährige verbietet. Mit weltweiten Briefaktionen forderte Amnesty regelmäßig seine Freilassung. Insgesamt erhielt Patrick Okoroafor mehr als 10.000 Karten und Briefe.

Monate, nachdem das Todesurteil für Patrick Okoroafor verkündet worden war, wandelten Behörden des nigerianischen Bundesstaats Imo das Urteil in lebenslange Haft um. Im Oktober 2001 erklärte ein Richter des obersten Gerichtshofes das Todesurteil für unrechtmäßig und ungültig und wandelte es um in eine Inhaftierung "nach Belieben des Gouverneurs" - und somit in eine unbegrenzte Haftstrafe.

Im Jahr 2009, ein Jahr nachdem Amnesty International die Kampagne zur Befreiung von Patrick Okoroafor gestartet hatte, wurde die unbegrenzte Haftstrafe in eine zehnjährige Haftstrafe umgewandelt. Allerdings wurden die 14 Jahre, die Okoroafor bis dahin schon im Gefängnis hatte verbringen müssen, nicht angerechnet. Ein Jahr später reduzierte man die Haftstrafe auf zwei Jahre.

Am 30. April 2012 durfte Patrick Okoroafor endlich wieder in die Freiheit und zu seiner Familie zurückkehren.