Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen / Ilm

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Schlinge

23.11.2011

Veranstaltung zur Thematik Todesstrafe

Die Stadt Pfaffenhofen beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion "Städte für das Leben, Städte gegen die Todesstrafe", bei seit Jahren sich weltweit viele Städte am 30. November gegen die Todesstrafe engagieren.

Im Rahmen dieser Aktion steuert die AI-Gruppe Pfaffenhofen am Freitag, dem 2. Dezember 2011 um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung ihren Anteil mit einem Bericht des Bruders eines Betroffenen bei.

Den musikalischen Rahmen bietet die dritte Bürgermeisterin, Frau Monika Schratt, mit der Gruppe „Aura Dulcis“, die sich der Musik aus Renaissance und Barock verschrieben hat.

Der Eintritt ist frei.

Henry Okorafor berichtet bei dieser Veranstaltung vom Schicksal seines Bruders Patrick Okoroafor.

Patrick Okoroafor verbrachte inzwischen mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis. Er war vierzehn Jahre alt, als er im Mai 1995 wegen Raub und Entführung verhaftet wurde, ein Verbrechen, das er wie er sagt niemals begangen hat. Die Polizei klagte ihn und sechs weitere schließlich wegen Raubes an. Nach Aussage von Okoroafors Bruder wurden ihm von der Polizei seine Zähne mit Zangen gezogen und er wurde im Polizeigewahrsam aufgehängt und geschlagen.


Sein Bruder gibt an: Patrick ging nur zur Polizei, weil diese das Auto, das unsere Mutter von einem der Verdächtigen gekauft hatte, untersuchen wollte. Dabei wurde er verhaftet. Wir versuchten ihn frei zu bekommen aber die Polizei weigerte sich.


Am 30. Mai 1997, im Alter von sechzehn Jahren, wurde Patrick Okoroafor und sechs Mitangeklagte vom Ersten Strafgericht für Raub und Schusswaffen des Bundesstaates Imo zum Tode verurteilt. Dieses Gericht verweigerte den Angeklagten das Berufungsrecht. Okoroafor und Chidiebere Onuoha, ein Mitangeklagter, der zur Zeit seiner Verhaftung fünfzehn Jahre alt war, reichten beim Militärverwalter des Bundesstaates Imo einen mit ihrem Alter begründeten Gnadengesuch ein. Der Militärverwalter bestätigte am 18. Juli 1997 die Todesurteile der sechs Mitangeklagten und wandelte Okoroafors Urteil in lebenslängliche Haft. Am 31. Juli wurden die sechs Männer öffentlich erschossen. Onuoha war siebzehn Jahre alt, als er hingerichtet wurde.

Am 18. Oktober entschied der Hohe Gerichtshof, dass die am Antragsteller und dem zweiten Beklagten am 30. Mai 1997 verhängten Todesstrafen von diesem Gericht aufgehoben werden, da sie illegal und damit null und nichtig sind.

Anstatt einer Haftentlassung als Ergebnis dieses Beschlusses entschied das Gericht, dass der Antragsteller stattdessen nach Belieben des Gouverneurs des Bundesstaates Imo inhaftiert bleibe.


Im Mai 20009 wurde seine Haft von unbestimmter Zeit auf 10 Jahre festgelegt. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts von Imo State, hat der Gouverneur von Imo State am Freitag, 29. Mai 2009 (Democracy Day) Patricks Urteil von lebenslänglich in 10 Jahr Haft umgewandelt. Diese 10 Jahre werden allerdings ab dem 29. Mai 2009 gerechnet und berücksichtigen nicht die 14 Jahre, die Patrick bereits im Gefängnis verbracht hat – so der Generalstaatsanwalt.

Inzwischen besteht nach Intervention der EU die Hoffnung, dass Patrick im April 2012 frei kommt.