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StartseiteReaktion auf unseren Monatsbrief vom April 2009

Antwortbrief aus Mexiko vom 30.7.2009

26.09.2009

Einige unserer Briefeschreiber haben einen Antwortbrief zu unserer Monatsaktion vom April 2009 aus Mexiko erhalten.

Im Brief vom April 2009 an den Generalstaatsanwalt von Mexiko wird dieser aufgefordert, die Entführungs- und Mordserie an Frauen und Mädchen in der Grenzstadt Ciudad Juárez endlich aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Der Forderung lag ein konkreter Fall zugrunde: Alma Brisa Molina Baca wurde am 24. Juli 2004 in Ciudad Juárez im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua entführt, sexuell misshandelt und ermordet. Dieser Fall steht aber nur stellvertretend für viele. Unser Vorwurf: Die mexikanischen Behörden verschleppen die Ermittlungen und unternehmen wenig, um die Morde aufzuklären. Spuren werden nicht verfolgt, Zeugen nicht verhört, gerichtsmedizinische Ergebnisse manipuliert und andere Fahrlässigkeiten begangen. Amnesty International betrachtet das Verhalten der Behörden als stillschweigende Duldung.

Der Antwortbrief ist in Spanisch geschrieben. Er beinhaltet folgende Informationen:

Lic. Oscar Fidel González Mendívil, der Vertreter der zentralen Staatsanwaltschaft, die sich insbesondere mit den Gewaltverbrechen an Frauen beschäftigt, bedankt sich für unser Interesse an dem Schicksal von Alma Brisa Molina Baca in Ciudad Juárez, Chihuahua. Wir haben gefordert, dass weitere Ermittlungen in dem Mordfall durchgeführt werden sollen und unsere Briefe dabei an die Procuraduría General de la República gerichtet.

Wir erfahren, dass allerdings eine andere Behörde, nämlich die Procuraduría General de Justicia del Estado de Chihuahua für den Fall zuständig war und ist. Diese Behörde habe mitgeteilt, dass der damals mutmaßliche Täter, José Rodrigo Ramos Valencia, seit 2004 bereits unter Anklage gestanden habe und am 15. März 2006 endgültig zu 23 Jahren Haft verurteilt worden sei, die er gegenwärtig auch im Staat von Chihuahua verbüße. Es wird darauf hingewiesen, dass Verbrechen laut Gesetz stets in dem Bundesstaat geahndet werden müssen, in dem sie begangen wurden.

Wenn weitere Informationen in dieser Sache gewünscht werden, möge man sich an die zuständige Procuraduría General de Justicia del Estado Chihuahua wenden, nämlich an Lic. Arturo Licón Baeza, den dortigen Beauftragten für Menschenrechte, und zwar über die folgende Internetadresse: www.Chihuahua.gob.mx/pgje

Was die geschlechtsspezifischen Menschenrechtsverletzungen an Frauen in Ciudad Juárez angeht, wird empfohlen, Verbindung aufzunehmen mit der Geschäftsstelle der Comisión para Prevenir y Erradicar la Violencia contra las Mujeres de Ciudad Juárez (Kommission für die Verhütung und Ausrottung von Gewalt gegen Frauen in Ciudad Juárez). Nachfragen sind zu richten an Nohemí Almada, die Leiterin dieser Außenstelle der Regierung, entweder per Telefon: (656) 616 9988 oder über das Internet: www.comisióncdjuárez.gob.mx.

Hier ist das Antwortschreiben im Original (der Empfängername wurde von uns geschwärzt):

Antwortbrief vom 30.7.2009